Seelsorgeeinheit Argental

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SE Argental

Israel-Wallfahrt

Mit Dekan Hangst und Biblische Reisen ins Heilige Land

„Ich habe Sehnsucht nach Jerusalem“

Die 8-tägige Pilgerwallfahrt des Katholischen Dekanats Friedrichshafen vom 27.02. – 06.03.2010 war schnell ausgebucht. 38 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich angemeldet. Das Programm umfasste neben den zentralen Heiligen Stätten wie Nazareth, Betlehem und Jerusalem auch den Jordan, die Golan-Höhen und das Tote Meer. Zufriedene und glückliche Pilgerinnen und Pilger kamen nach einer Intensivwoche „Heiliges Land“ in der Heimat an.

Ein Bus der Firma Strauß brachte die Wallfahrerinnen und Wallfahrer am 27.02. morgens um 5.00 Uhr nach Zürich. Auf dem Weg begrüßte uns Dekan Hangst mit einem herzlichen Willkommensgruß und brachte seine Freude zum Ausdruck, dass es jetzt soweit sei. Immerhin hatten wir uns schon ein volles Jahr auf diese Pilgerreise vorbereiten und somit der „Sehnsucht nach Jerusalem“ hingeben können. Mit einem Morgengebet und dem Reisesegen starteten wir dann auch zuversichtlich in diese Gnadenwoche.
Nach einem kurzen und unkomplizierten Check-in in Zürich warteten wir geduldig auf unseren Aufruf. Nach knapp 4 Stunden Flugzeit betraten wir das Heilige Land. Für viele war es das erste Mal und somit war auch die Spannung groß und voller Erwartung, was uns die nächsten Tage bringen würde.
Wir wurden bereits von unserem Guide „Salah“ erwartet, der uns die ganze Zeit begleitete. Er war nicht nur unser Führer durch das Land, sondern hatte auch immer wieder viele Informationen für uns parat. Ganz egal, ob es sich um Land, Religion, Nation oder Geschichte handelte, Salah gab sein Wissen weiter an uns.

Wir kamen dann gegen 17.00 Uhr in unserem Pilgerhaus „Tabgha“ in Tabgha am See Genesareth an. Dort sollten wir 3 Nächte wohnen. Vor dem Abendessen brachten wir Gott unseren Dank in der Heiligen Messe zum Ausdruck, dass wir jetzt gut in Israel angekommen sind und wir diese Woche in seine Hände legen wollten.

Es war traumhaft: das Pilgerhaus lag direkt am See. Wir mussten keine 50 m gehen. Besonders die morgendliche Stimmung war wunderschön. Der See lag still und ruhig vor uns, Vögel zwitscherten schon ihr Morgenlied und die Sonne kam langsam hinter den Golan-Höhen hervor. Einige Fischerboote warfen schon weit auf dem See ihre Netze aus, um den Fischbedarf für die Restaurants zu decken. In dieser idyllischen Welt konnten wir nur noch sprechen und singen: Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte, die du erschaffen durch dein Allmachtswort…“

Nach einem reichlichen Frühstück gings dann richtig los. Unser Bus brachte uns nach Cäsarea Philippi auf den Golan-Höhen an eine der Jordanquellen. Hier hörten wir das Wort des Herrn: „Für wen halten die Leute den Menschensohn“ und Petrus antwortete: „du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes“.

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen von „Mariä Verkündigung“. In Nazareth konnten wir das Wort des Evangelisten Lukas hören, der uns berichtet, wie der Engel des Herrn Maria die Botschaft brachte, dass sie Gottes Sohn empfangen wird.
In der St. Josefskirche feierten wir heute die Eucharistiefeier mit diesem Evangeliumsschwerpunkt.

Der Montag stand unter dem Thema:“   dass sie das Leben haben“ – die gelebte Botschaft vom Reich Gottes.
Wir fuhren zum Berg der Seligpreisungen. Wir staunten ĂĽber die herrliche Aussicht. Die Feier der Heiligen Messe war im Freien, wo Jesus uns die Seligpreisungen schenkte.

Nach dieser Dankfeier gingen wir in die Kirche. Wir sangen Lieder zum Lobe Gottes und erfreuten uns ganz besonders an dieser Akustik. Wir hatten sehr gute Sängerinnen und Sänger, so dass sich schnell ein mehrstimmiges Lied einstellte. Kanon zu singen war eine Freude.
Ein ½ stündiger Fußmarsch brachte uns nach Tabgha. Hier stehen zwei Kirchen, einmal die Primatskirche und die Brotvermehrungskirche. Dekan Hangst las das Evangelium, wie Jesus Petrus den Schlüssel des Himmelreiches übergibt und das Wunder der Brotvermehrung „Fünf Brote und zwei Fische“.
Im Anschluss an diese heiligen Orte brachte uns der Bus nach Kafarnaum, der „Stadt Jesu“. Hier weilte Jesus oft bei seinen Freunden am See, hier lebte auch Petrus mit seiner Familie, denn im Evangelium hören wir, dass Jesus die erkrankte Schwiegermutter des Petrus gesund gemacht hat. In der Synagoge, die noch in Resten erhalten ist, hat Jesus gepredigt, die Worte aus der Thora gehört und ausgelegt. Er ist mit dem Boot hinausgefahren, um Ruhe zu haben, aber die Menschen wollten IHN sehen und hören, wollten MEHR von ihm. Hier hat er den Petrus nochmals hinausgeschickt, um zu fischen. Petrus will nicht, denn er hat schon die ganze Nacht gefischt und nichts gefangen. Aber „Auf dein Wort hin“, so Petrus, fährt er nochmals hinaus. Und er fängt 153 große Fische….

Nachmittags steht ein besonderes Highlight auf dem Programm: die Fahrt auf den Berg Tabor, dem Ort der Verklärung Jesu. Wir bekommen wieder die Erklärungen von Salah, die die Kirche betreffen, er macht uns auf viele Details aufmerksam, damit wir die Worte von Dekan Hangst dann ganz bewusst aufnehmen können, als er uns wieder aus dem Evangelium vorliest: „Dieser ist mein geliebter Sohn. Auf ihn sollt ihr hören“. Der Blick in die Jesreelebene lässt ahnen, wie schön es gewesen sein muss, als Jesus mit seinen Jüngern hier war.

Wir begannen den Dienstag mit einer Bootsfahrt auf dem See Genesareth. Dort beteten und sangen wir und hörten das Evangelium vom „Sturm auf dem See“. Zurück zur Brotvermehrungskirche feierten wir die Heilige Messe mit dem Evangelium der Brotvermehrung.

Das Programm treibt uns weiter. Der Bus fährt durch das Jordantal, Richtung Süden, nach Jericho. Besuch des antiken Jerichos, der ältesten Stadt der Welt. Wir sehen den Berg der Versuchung und nach einer kurzen Weiterfahrt sind wir am Toten Meer. Selbstverständlich lassen wir es uns nicht nehmen, auch im Toten Meer zu baden. Dieser Jungbrunnen sollte etwas Gutes für den Leib tun.

Es ist schon dämmerig, als wir Jerusalem begrüßen. Wir fahren zum Ölberg, um die Heilige Stadt zu sehen: „Jerusalem, du starke Stadt. Schon stehen wir in deinen Toren…“ Die Freude ist groß, dass wir jetzt in der Stadt des Herrn sind. „Ich habe Sehnsucht nach Jerusalem…“ langsam kommen wir dieser Stadt näher.

Unsere Unterkunft ist „Notre Dame“, ein Pilgerhaus ganz in der Nähe der Altstadt.

Der Mittwoch steht im Zeichen der Altstadt. Wir gehen auf den Tempelplatz, stehen vor dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee, gehen weiter zum Löwentor. Direkt hinter dem Stadttor ist die St. Annakirche mit dem Betesdateich. Auch hier hören wir die entsprechende Evangeliumsstelle nach Johannes: „Die Heilung des Gelähmten“.

Wir sind auf der Via Dolorosa, dem Kreuzweg des Herrn. Langsam gehen wir die 14 Stationen zur Grabeskirche. Dort sind sehr viele Pilgergruppen, so dass wir beschließen, am nächsten Tag gleich morgens herzukommen, damit wir in Ruhe diesen Gnadenort erleben können.
Von der Grabeskirche bis zum christlichen Zion mit dem Abendmahlssaal und der Dormitio ist es ein ziemlicher Fußmarsch. Überall sehen wir Kirchen und Heiligtümer, die unseren katholischen Glauben stärken sollen.
Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, der Knesset und Minora sind weitere Programmpunkte dieses Tages.
Abschluss dieses Mammuttages bildet jedoch der festliche Gottesdienst in der Hauskirche von Notre Dame mit dem Thema „Tut dies zu meinem Gedächtnis“.

Der Donnerstag steht im Besonderen unter dem Themenschwerpunkt „Seht da den Menschen“, denn heute sind wir in der Grabeskirche und knien am Heiligen Grab. In der Franziskanerkirche halten wir die Heilige Messe und gedenken des Leidens und Sterbens unseres Herrn Jesus.

Der Bus bringt uns zum Ölberg. Wir starten den Fußweg an der Himmelfahrtsmoschee, besuchen die Vater-unser-Kirche. Dort hat Jesus seinen Jünger das Vater unser gelehrt, der Palmsonntagweg bringt uns nach Dominus Flevit. Durch das Kidrontal steigen wir zum Tempelplatz hinauf, gehen den Weg, den Jesus auch gegangen ist. Da heute Bar Mizwa ist, sind viele jüdische Familien an der Klagemauer des Tempels. Diese Mauer ist das Heiligtum des jüdischen Glaubens, ist kläglicher Rest des einstigen salomonischen Tempels.

Nachmittags sind wir auf dem Hirtenfeld in Betlehem. So schnell geht es hier: heute Morgen gedachten wir noch dem Leidensweg unseres Herrn, am Nachmittag sind wir ihm schon seiner Menschwerdung ganz nah. In der Kirche auf dem Hirtenfeld hören wir zum ersten Mal in diesen Tagen: „Heute ist euch der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr“.

Salah bringt uns in ein Kaufhaus, wo wir für unsere Lieben zu Hause Andenken erstehen können und gleichzeitig betlehemitische, katholische Familien, die vom Verkauf ihrer Produkte leben, unterstützen.

Der vorletzte Tag unserer Pilgerfahrt steht noch einmal im Zeichen der Geburt des Heilands. Wir besichtigen zuerst die Burgruine Herodian. Im Anschluss gehen wir in die Geburtskirche in Betlehem. Auch hier müssen wir uns wieder klein machen, denn nur in gebeugter Haltung können wir die Kirche betreten. Wir stehen in der Geburtsgrotte, sehen und berühren den Stern, der die Geburtsstelle kennzeichnet und singen „kommt lasset uns anbeten“.
Die Heilige Messe feiern wir in der Seitenkapelle „St.Helena“, Dekan Hangst weist in seiner Ansprache besonders darauf hin, dass im Weihnachtsevangelium Leben und Bewegung steckt. Die Hirten machen sich auf den Weg, um nachzuschauen, ob die Botschaft des Engels stimmt. Sie wollen sich von der Wahrheit des Gehörten überzeugen…. „Stille Nacht, heilige Nacht“ erklingt am Ende des Gottesdienstes.

Zum Abschluss in Betlehem besuchen wir das Baby-Hospital. Dort werden Baby’s und Kleinkinder medizinisch und pflegerisch betreut und die Angehörigen in vielen Gesprächen in hygienischen Fragen geschult.

Der Abschied dieser Pilgerreise rückt schnell näher. Nach dem Frühstück fahren wir zum Garten Getsemani und besuchen die dortige Kirche der Nationen. Gleich daneben befindet sich das Mariengrab und die Getsemani-Grotte.

Schon auf dem Weg zum Flughafen liegt ca. 11 km von Jerusalem entfernt Emmaus. Wie die Jünger nach Ostern sind wir auf dem Weg. Hier hören wir in das Emmaus-Evangelium. Jesus lässt uns nach seinem Tod nicht allein, er ist bei uns, bis an Ende der Welt.

Unser Gepäck ist schon eingecheckt, wir jedoch müssen noch warten, bis unser Flieger kommt. Der hängt nämlich in Zürich wegen Schneesturm fest. Wir können es uns nicht vorstellen, hatten wir doch in den letzten Tagen stets zwischen 20 – 25 ° Wärme. Aber so ist das Leben. Nichts ist  von Dauer und Ewigkeit.

Schweren Herzens, aber voll von Erlebnissen und der Gewissheit, dass wir auf den Spuren unseres Herrn waren, steigen wir in unser Flugzeug.
Was bleibt ist nicht nur die Erinnerung an eine „Urlaubswoche der ganz besonderen Art“, sondern, dass wir durch das Hören des Evangeliums Jesu nachfolgen durften. Trotz allem bleibt:„ Ich habe Sehnsucht nach Jerusalem“.

Ein herzliches Vergelt’s Gott möchten wir auf diesem Wege Herrn Dekan Hangst sagen. Er hat uns in ganz besonderer Weise durch diese Tage geistlich begleitet. Seine Impulse zu den einzelnen heiligen Orten oder das Auslegen des Evangeliums in der Predigt haben uns reich beschenkt. Seine seelsorgerliche Tätigkeit war wichtig und von allen Pilgerinnen und Pilgern stets geschätzt. Herzlichen Dank sagen wir aber auch Pfarrer Walkler Pinto Caxilé und Diakon Martin Bernhard. Sie waren wertvolle Stützen in der Pilgerseelsorge.

FĂĽr die Pilgergruppe
Sr. M. Veronica Haug

Text und Fotos: Schwester Veronica Haug

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