Seelsorgeeinheit Argental

Seelsorgeeinheit Argental

Karte der Seelsorgeeinheit Argental St. Martin Goppertsweiler
Goppertsweiler
St. Dionysius Hiltensweiler
Hiltensweiler
St. Georg Krumbach St. Peter und Paul Laimnau St. Maria Rosenkranzkönigin Neukirch St. Margaretha Obereisenbach St. Martin Tannau St. Georg Wildpoltsweiler

SE Argental

Auf den Spuren des Hl. Martins von Tours in Frankreich vom 08.10. bis 15.10.2011

  

Gruppenbild in Candes-St. Martin


Samstag 08.10.2011

Früh morgens machte sich eine Reisegruppe aus der Seelsorgeeinheit Argental und Umgebung mit Dekan Hangst auf den Weg um auf den Spuren des Heiligen Martin von Tours in Frankreich zu pilgern. Diese Tage sollen als Auszeit vom Alltag dienen. Wir dürfen erfahren, dass wir als pilgerndes Gottesvolk unterwegs sind. Unterwegs gab uns Herr Dekan Hangst den Reisesegen. Wir betrachteten und beteten auch die Geheimnisse des schmerzhaften Rosenkranzes. Unser Tagesziel war Paris. Dort angekommen, brachte uns der Bus ins Stadtviertel Montmartre zur Basilika Sacre Coeur. Die Basilika Sacre Coeur wurde zwischen 1875 und 1914 gebaut. An dieser Stelle wurde der erste Bischof von Paris der Hl. Denis im 3. Jh. wegen seines Glaubens enthauptet. Die Kirche ist dem Herzen Jesu geweiht.  In der Krypta der Basilika durften wir unsere erste Hl. Messe, bei der wir über das Wallfahren nachdachten, feiern.

In der Nähe der Basilika Sacre Coeur bezogen wir unser Hotel, welches für die 3 Nächte unsere Heimat war. Von der Dachterrasse des Hotels konnten wir die Aussicht über Paris genießen.

 

Sonntag, 09.10.2011

Der Sonntag stand im Zeichen von Paris. Nach dem Frühstück fuhren wir mit der Metro Richtung Innenstadt. Die Kathedrale Notre Dame de Paris war unser erstes Ziel. Die Kathedrale Notre-Dame de Paris (Unsere (liebe)Frau von Paris, Sitz des Erzbistums Paris, wurde in den Jahren von 1163 bis 1345 errichtet und ist somit eines der frühesten gotischen Kirchengebäude Frankreichs.

 

Saint Chapelle war unser nächstes Ziel. Diese Kirche ist ganz in der Nähe von Notre Dame und dem Justizpalast auf Île de la Cité. Sie wurde unter Ludwig IX. dem Heiligen erbaut. In nur 33 Monaten (1245-1248) entstand dieses hochgotische Wunderwerk. Die Sainte-Chapelle ist zweistöckig. Einzigartig sind ihre vor allem rotblauen Glasfenster, in denen sich das Licht bricht und spiegelt. Die 4 auf 15 Meter hohen Fenstern stellen 100 biblische Szenen dar. Der untere Fensterteil wurde stilgetreu restauriert, der obere ist noch original erhalten und stammt aus dem 13. Jahrhundert. Aus der Zeit von Karl VIII. (15. Jahrhundert) stammt noch eine spätgotische Fensterrose, die apokalyptische Szenen zeigt.

Ein weiterer Höhepunkt an diesem Tag war der Besuch der Mutterhauskapelle der Vinzentinerinnen Notre Dame-de-la-Miraculeuse. Dort hat die Nonne Cathérine Labouré die Jungfrau Maria dreimal (Juli, November, Dezember 1830) gesichtet. Die sterblichen Überreste der hl. Louise de Marilla und das Herz des hl. Vinzenz von Paul werden dort aufbewahrt.  Hier durften wir unseren Sonntagsgottesdienst feiern. Im Evangelium hörten wir vom König der zu Hochzeit einlädt. Auch Gott lädt uns immer wieder zur Gemeinschaft mit ihm und untereinander ein.

Nach der Messe holte uns der Bus zur Stadtrundfahrt ab.  Wir fuhren vorbei am Louvre, Place de la fayed, Triumphbogen. Am Eiffelturm machten wir Halt. Die Rundfahrt durch Paris führte weiter zum Place de la Concord, vorbei an der Oper zu unserem Hotel im Stadtviertel Montmartre.

Montag, 10.10.2011

Nun war der Montag gekommen und es hieß Abschied nehmen von Paris. Der Weg führte uns Richtung Norden in die Normandie. Die Hl. Theresia vom Kinde Jesu in Lisieux ist unser Tagesziel. Auf ihren Spuren wollen wir heute unterwegs sein. Ihre Spuren in Lisieux reichen von ihrer Kindheit bis zu Ihrem Tod. Lisieux ist heute der zweitgrößte Wallfahrtsort in Frankreich mit mehr als einer Million Pilgern und liegt an dem Flüsschen Touques, etwa 30 km südlich der Seine-Mündung. Lisieux verdankt seine Bekanntheit der Hl. Theresia. Sie wurde 1923 selig und 1925 heiliggesprochen. Die Kirche feiert ihren Gedenktag am 01.Oktober. Zuerst besuchten wir die Basilika. Diese wurde im 20.Jahrhundert zu Ehren der hl. Theresa gebaut. In der Krypta, wo die Reliquien ihrer Eltern aufgebahrt sind, feierten wir unsere Wallfahrtsmesse. Die Hl. Theresa sah ihre Aufgabe in der Caritas des täglichen Lebens. Der „kleine Weg“ war ihr Lebensmotto. Sie lehrt uns, dass die kleinen Dinge im Leben wichtig sind damit Menschen leben können. Dekan Hangst verglich dies mit Rosen die wir einander schenken sollen z. B. durch ein gutes Wort.

Nach der Messe führte uns der Weg zur Kathedrale Saint Pierre. Diese Kirche im Stil der normannischen Gotik (12. Und 13. Jh.) war die Pfarrkirche von der Hl. Theresa. Hier nahm sie täglich an der Hl. Messe teil und empfing ihre letzte Beichte bevor sie mit 15 Jahren in den Karmeliterorden eintrat.

Nachdem wir unser Hotel bezogen hatten, besuchten wir das Elternhaus von Theresa und erfuhren weiteres aus ihrem Leben. Hier hat Theresa nach dem Tod ihrer Mutter mit Vater und Geschwister bis zum Eintritt ins Kloster gelebt.

Bevor der Tag mit dem Abendessen abgeschlossen wurde, führte uns unser Reiseleiter noch zum Kloster des Karmels. Dort sind die Reliquien der Hl. Theresa aufbewahrt. Hier lebte Theresa von 1888 bis zu ihrem Tod im Alter von nur 24 Jahren.

Dienstag 11.10.2011

Wir nahmen nun Abschied von Lisieux und der Bus brachte uns weiter südwestlich von Paris nach Tours. Dort hat der Hl. Martin seit 371 bis zu seinem Tod als Bischof gewirkt.  Unser erstes Ziel in Tours war die Basilika des Hl. Martins. In dieser Basilika ist das Grab des Hl. Martins. In der Krypta feierten wir unsere Wallfahrtsmesse. Das Thema lautete „Martinus, Mann des Mutes und der Stille“.

Nach der Messe besuchten wir die Kathedrale „Saint Gatien“. Sie ist dem ersten Bischof von Tours geweiht. In den Glasfenstern ist u. a. das Leben des Hl. Martins dargestellt.

Mittwoch 12.10.2011

Heute stand eine weitere Wirkungsstätte des Hl. Martinus auf dem Programm: Candes-St. –Martin. Dieser Ort liegt am Zusammenfluß von Loîre und Vienne. Hier starb der Hl. Martinus während einer Seelsorgereise und wurde dort 397 beigesetzt. Später wurde der Leichnam nach Tours überführt. An dieser Wirkungsstätte durften wir heute unsere Wallfahrtsmesse zum Thema „Martinus, Mann der Glaubens und der Güte“ feiern. Der Mesner freute sich auf unseren Besuch. Seit Mariä Himmelfahrt hatte an diesem Ort keine Hl. Messe mehr stattgefunden.

Nach der Messe machten wir uns auf den Weg zur Abtei Fontevraud mit der romanischer Klosterküche und der Grablege der Plantagenet: Heinrich II., Eleonore von Auitanien und Richard Löwenherz. Es gab dort ein Frauenkloster und ein Männerkloster. Die Abtei wurde von den Nonnen geführt. Die Abtei liegt im Anjou, nahe der Städte Saumur und Chion und ist die Grablege des Platagenets. Die ehemaligen Klostergebäude sind weitgehend erhalten, auch wenn sie durch die Jahrhunderte in veränderten Stilrichtungen neu erbaut wurden.

Unser nächstes Ziel war das Schloss Ussé. Das Schloss Ussé ist eine  Schlossanlage in der französischen Ortschaft Rigny-Ussé etwa zehn Kilometer nord-östlich von Chinonam südlichen Ufer des Indre, einem Seitenfluss der Loire.  Dieses Schloss wurde im 15. Und 17. Jh. auf eine mittelalterliche Burganlage aus dem 12. Jh. gebaut. Es befindet sich heute im Privatbesitz.

Donnerstag 13.10.2011:

Schon früh brachen wir nach dem Frühstück auf. Heute führte uns der Weg nach Poitiers, 100 km südlich von Tours zur Kirche des Hl. Hilarius. Der Hl. Hilarius war der 1.Bischof von Poitiers und wurde 368 in dieser Kirche begraben. Er ist ein großer Lehrer und Verbündeter des Hl. Martin. 351 wurde der Hl. Martin von Bischof Hilarius getauft. Dort feierten wir die Hl. Messe. Im Predigtgespräche kam der Biograph des Hl. Martinus Sulpicius Severus zu Wort.

Der Weg führte nun weiter zur Notre Dame de la Grande aus dem späten 11. Jh.  In Poitier gibt es auch ein Baptisterium. Dieses geht auf Hilarius und Martinus zurück. Dort wurde  Taufbewerber in der Osternacht getauft und in die Christengemeinschaft aufgenommen.

Nach der Mittagspause brachte uns der Bus nach Liqugé. Dort hat Martinus 361 das erste Kloster Galliens gegründet. Von diesem Kloster sind nur noch die Fundamente unter der Erde vorhanden. An dieser Stelle wurde wieder eine Kirche gebaut, welche heute als Pfarrkirche dient.

Danach fuhren wir zurück nach Tours um das Martinus-Museum zu besuchen.

Wir waren drei Tage in Tours und Umgebung unterwegs. Bei der Ankunft in Tours waren wir zuerst am Grab des Hl. Martin. Die Zeit in Tours und Umgebung beendeten wir am Grab am Grab des Hl. Martins mit einem Abendlob.

Freitag 14.10.2011

Heute nahmen wir Abschied von Tours. Der Bus brachte uns zum über den Fluss Cher 1520 erbauten und später von Heinrich II. an seine Geliebte Diane de Poitiers verschenkte Renaissance-Schloss Chenonceaux, das sich bis heute im Privatbesitz befindet. Wir besichtigten das Schloss und die Ziergärten. Die Vergangenheit dieses Idylisch am Waldrand gelegenen Schlosses gibt Einblick in Leben, Intrigen und Feste der französischen Revolution.

Nächstes Ziel war St. Benoît-sur-Loire. Wir besuchten die Benediktinerabtei Abbaye de Fleury, ein Kleinod romanischer Baukunst. Hier feierten wir in einer Kapelle der Abtei unsere Wallfahrtsmesse. Im Predigtgespräch kam der Hl. Martinus zu Wort.

Nach der Messe brachte uns der Bus nach Auxerre, wo wir nun unsere letzte Übernachtung hatten.

 

Samstag 15.10.2011


Nun ist der letzte Tag unserer Pilgerreise angebrochen. Wir feierten unsere Abschlussmesse in der Abtei Saint Germain in Auxerre. Dekan Hangst gab uns in seiner Predigt fünf Eigenschaften des Hl. Martin mit auf den Weg: Gottsuche, Güte, Gelassenheit, Gebet und Glauben.

Nach der Messe besichtigten wir noch die Kathedrale Saint Etienne in Auxerre.

Anschließend machten wir uns auf den Heimweg. Wir waren nun acht Tage unterwegs auf den Spuren des Hl. Martin in Frankreich. Vom Leben und Wirken des Hl. Martin durften wir viel erfahren. Martinus ist ein Mann der in der Tat viel bewegt hat. Er kann uns in unserer modernen Zeit ein Vorbild und Weggefährte sein. Seine Spuren führen uns nun wieder in unsere Heimat. Auch dort gibt es Spuren des Hl. Martin. Der Hl. Martin ist der Patron der unserer Diözese. In unserer Diözese gibt es den Martinusweg. Im Dekanat gibt es eine Martinusschule und vier Martinus-Kirchen, davon zwei in unserer Seelsorgeeinheit. Wir fuhren gestärkt an Leib und Seele zurück ins Argental.

Herzlichen Dank an Dekan Hangst für die Vorbereitung und Durchführung der Wallfahrt. Herzlichen Dank auch an Pfarrer Caxilé, Pfarrer Schlichte und Diakon Bernhard. Ein ebenso herzliches Dankeschön gilt unserm Busfahrer Hubert von Strauss Reisen, der uns sicher auf den Spuren des Hl. Martins durch Frankreich und zurück in unsere Heimat gefahren hat. Er war für uns ein guter Wegbegleiter. Auch unserem Reiseleiter Prof.Dr.Dr. Travenier gilt es zu Danken. Er hat uns viele Informationen im kulturellen, geschichtlichen, theologischen und philosophischen Bereich gegeben.

 

Text und Bilder:  Roswitha Bentele

Büro der Seelsorgeeinheit | Pfarrbüro Laimnau | Pfarrbüro Neukirch | Impressum