Seelsorgeeinheit Argental

Seelsorgeeinheit Argental

Karte der Seelsorgeeinheit Argental St. Martin Goppertsweiler
Goppertsweiler
St. Dionysius Hiltensweiler
Hiltensweiler
St. Georg Krumbach St. Peter und Paul Laimnau St. Maria Rosenkranzkönigin Neukirch St. Margaretha Obereisenbach St. Martin Tannau St. Georg Wildpoltsweiler

SE Argental

Südtirol-Wallfahrt vom 25.08. – 31.08.2012 – Bericht

Text und Bilder: Roswitha Bentele

Vom 25.08. bis 31.08.2012 fand unter geistlicher Leitung von Dekan Hangst eine Pilgerreise der Diözesanpilgerstelle Stuttgart nach Südtirol statt.

Samstag 25.08.2012:

Am Samstagmorgen machten sich die Pilger mit dem Bus auf nach Südtirol.  In Stuttgart sind schon die ersten Pilger zugestiegen. Nach dem der Bus über Umwege Laimnau  (mit Hilfe des Navis!!!) gefunden hatte, durfte auch die Pilger aus dem Argental einsteigen. Unterwegs erteilte uns Dekan Hangst den Reisesegen. In dieser Woche waren wir eingeladen die Bergwelt zu bestaunen, nachzudenken und die Eindrücke dieser Woche in unseren Herzen zu bewahren und in den Alltag mitzunehmen. Ganz im Sinne des Spruches „Brecht auf ohne Landkarte und wisst, dass Gott unterwegs zu finden ist und nicht erst am Ziel“.

Unterwegs machten wir Halt am Reschensee.

Weiter ging die Fahrt und wir machten nochmals Pause: in Glurns zum Mittagessen. Dort konnten wir schon zum ersten Mal südtiroler Spezialitäten genießen.

Über Bozen brachte uns der Bus zu unserem Tagesziel: Das Augustiner Chorherrenstift Neustift. Es liegt eingebettet in den nördlichen Abschluss des Brixener Talkessels, im Treffpunkt zweier wichtiger Verkehrs- und Pilgerwege in den Alpen. An der Westseite führt  der Weg zum Brenner über die Alpen nach Norden und etwas oberhalb des Klosters mündet das Pusteral nach Westen ins Eissacktal. Das Kloster Neustift war in dieser Woche täglich der Ausgangspunkt zu unseren Tagezielen.

Vor dem Abendessen trafen wir uns zum Abendgebet. Dabei stand „schauen,staunen und nachdenken“ im Mittelpunkt.

Sonntag 26.08.2012

Vor dem Frühstück fand unser erster Gottesdienst in der Margaretenkirche im Kloster statt. Das Thema war Kommunikationsdesign.

Nach dem Frühstück stand unser erstes Tagesziel auf dem Programm. Dazu holte uns unser Wanderführer im Kloster ab und der Bus brachte uns nach Klausen. Unser Führer zeigte uns Klausen. Klausen liegt im Eissacktal 523 ü. M. und hat ca. 4600 Einwohner. Die Altstadt erstreckt sich links und rechts der ehemaligen Brennerstrasse. Klausen wird auch „Dürerstadt“ genannt. Vor mehreren Jahrhunderten herrschte hier reges Künstlerleben – auch Albrecht Dürer machte 1494 bei seiner Italienreise hier Halt und porträtierte die schmucke Kleinstadt vom aussichtsreichen Platz am heutigen “Dürerstein”. Die mittelalterliche Stadt wird überragt vom Säbener Klosterberg, einem der ältesten Wallfahrtsorte Tirols. Dieser Klosterberg war nun unser nächstes Ziel.

Er liegt fast wie eine Burg gut 200 m über Klausen, malerisch auf einem markanten Felsen, dem sogenannten Heiligen Berg oder Säbener Berg. Seit 1687 ist das Kloster ein Benediktinerinnenkloster, 1699 wurde das Kloster Abtei. Heute leben dort noch 5 Schwestern. Auf dem Säbener Berg befinden sich auch vier Kapellen: die Marienkapelle, die Liebfrauenkirche, die Klosterkirche, der Jubiläumsbrunnen und die Heilig-Kreuz-Kirche.

Für einige Pilger war der Aufstieg schwieriger. Die Wege waren sehr uneben und steinig. Wir waren mehr als eine Stunde unterwegs. Unser Weg führte vorbei an der Burg Branzoll sowie an der Gnadenkapelle und Liebfrauenkirche. Als wir bei der Gnadenkapelle waren, hatte die Uhr gerade 12 Uhr geschlagen. Dekan Hangst lud uns ein den Engel des Herrn zu beten. Dann wanderten wir den restlichen Weg weiter hinauf zum Kloster. Oben ange-kommen konnten wir einen wunderbaren Blick ins Eissacktal und auf Klausen genießen.

Zuerst besichtigten wir die Hl.Kreuz-Kirche. Kloster Säben war 400 Jahre lang Bischofsitz des “Bistums Sabiona”. Um ca. 1.000 n. Chr. wurde der Sitz dann nach Brixen verlegt. Diese Kirche ist säkularisiert, d. h. entweiht. Von Benedikt Huber wurden hier die Deckenfresken gefertigt. In dieser Kirche sind auch die Grabinsignien des 1. Bischofs von Brixen aufbewahrt. Hierher führt auch immer die Wallfahrt der Ladiner als Dank für die Christianisierung hin. Eine weitere Kirche, die barocke Klosterkirche wurde nach dem Burgbrand errichtet. Im Hochaltar ist die Aufnahme Mariens in den Himmel dargestellt.

Nach der Besichtigung wanderten wir durch die Weinberge zu einer Besenwirtschaft zum Mittagessen. Als wir dort wieder aufbrechen wollten, hat es geregnet. Wir mussten einige Zeit warten. Dann brachte uns der Bus zum Kastanienweg wo wir noch ca. 1 Std wanderten. Über den Panoramaweg erreichten wir dann Feldthurn. Dort wartete der Bus auf uns und brachte uns wieder ins Kloster zurück.

Montag 27.08.2012

Nach dem Frühstück stand das Kloster Neustift auf dem Programm. Zuerst wurden wir durch den Klostergarten geführt. Dieser besteht aus drei Teilen: Streuobstwiese, Kräutergarten und Barockgarten.

Anschließend stand die Klosterführung auf dem Programm. Wir durften auch einiges über die Geschichte des Klosters erfahren. So wurde das Kloster 1142 vom Brixener Bischof Hartmann gegründet. Sein Ministeriale Reginbert von Säben und seine Frau Christina haben  ihre Vermögen nach dem Tod ihres vierjährigen Sohnes dem Bischof hierfür zur Verfügung gestellt. Die Augustiner Chorherren sind alle Priester, die nicht nur dem Leben im Kloster nachgehen. Sie sind auch in den umliegenden Pfarreien in der Seelsorge tätig. Es leben momentan 25 Chorherren im Kloster Neustift. Im Innenhof steht der Wunderbrunnen. Er wurde 1508 gebaut und diente zur Wasserversorgung für das Kloster. Im Norden befindet sich die Prälatur und dahinter die Stiftskirche. Im Osten steht der Konvent, im Westen das Bildungshaus und im Süden die Bibliothek. Zuerst wurden wir in den Kreuzgang geführt. Dort gibt es gotisches Gewölbe und Fresken verschiedener Künstler. Im Museum sind eine Reihe von gotischen Tafelbildern und Altäre von Friedrich Pacher und seiner Schule, wertvolle Handschriften und andere liturgische Kostbarkeiten, sowie wissenschaftliche Geräte und historische Instrumente ausgestellt. Ein Juwel stellt schließlich die Stiftsbibliothek mit ca. 92.000 Bänden und ihrem großen Saal im Rokokostil dar. Unsere Führung endete in der Stiftskirche . Sie ist die Pfarrkirche des Ortes und der Aufnahme Mariens in den Himmel geweiht. Die Gründung des Klosters durch Bischof Hartmann und die Schenkung durch den Ministeral von Säben ist als Deckenfresko dargestellt.

Nach dem Mittagessen im Stiftskeller stand eine Kneipanwendung in der Eissack auf dem Programm.  Frau Engl gab uns eine Einführung zum Kneippen. Danach durfte jeder dies selber ausprobieren. Es war eine kalte aber erfrischende Sache.

Anschließend machten wir eine kleine Wanderung zum Eissackfelsen. Dieser befindet sich in der Nähe des Klosters.

Vor dem Abendessen trafen wir uns in der Margarethenkirche. Wir feierten eine Vesper zum Gedenktag der Hl. Monika feiern. Die Hl. Monika ist die Mutter des Kirchenvater Hl. Augustinus. Dekan Hangst gab uns zwei Eigenschaften der Hl. Monika mit auf den Weg: Gebet und Gelassenheit.

Dienstag 28.08.2012

Heute ist ein besonderer Tag im Kloster Neustift und auch ein Höhepunkt unserer Tage in Südtirol.  Am 28.08. jeden Jahres feiert die Kirche den Gedenktag  des Kirchenvaters  Augustinus. Wir durften einen eindrucksvollen Gottesdienst mitfeiern, zu dem der Diözesanbischof von Bozen-Brixen Bischof Ivo angereist war. Da die Augustiner Chorherren alle Priester sind, war es ein schönes und seltenes Bild um die 30 Priester im Altarraum zu sehen.

Nach dem Gottesdienst brachen wir nach Bozen auf,  wo wir nach dem Mittagessen zur Domführung erwartet wurden.  Der Dom von Bozen ist die Koncathedrale des Bistums. Der Bischof wohnt in Bozen und führt dort seine Amtsgeschäfte. Die heutige Kirche wurde 1300 gebaut und enthält Elemente aus der Romanik, Gotik (Rundbogen) und Barock (Hochaltar). Sie ist der Aufnahme Mariens in den Himmel geweiht. Eine Besonderheit ist auch die Kanzel. Dort sind die 4 Kirchenlehrer dargestellt  sowie die Symbole der vier Evangelisten: Adler (Johannes), Löwe (Markus), Engel (Matthäus) und Stier (Lukas). Hinter dem Hochaltar ist die Gnaden und Sakramentskapelle. In der Kirche werden die Reliquien des Heinrich von Bozen aufbewahrt.

Anschließend durften wir auf eigene Faust die Altstadt von Bozen erkunden, bevor uns gegen Abend der Bus wieder ins Kloster Neustift brachte.

Mittwoch 29.08.2012

Nach dem Frühstück brachen wir wieder auf. Unser erstes Ziel war das Geoparcs-Museum oberhalb von  Aldein. Dort wartete schon unser Wanderführer Alexander auf uns.  Er führte uns zuerst durch das Museum. In diesem Museum werden die Vorgänge die zur Entstehung der Gesteine der Dolomiten und somit auch der Bletterbachschlucht geführt haben.  Außerdem sind fossile Funde aus der Schlucht wie Saurierspuren, versteinerte Fische, Muscheln und Pflanzen ausgestellt. Nach der Führung gab es für den weiteren Tagesverlauf drei Möglichkeiten. Wer nicht wandern konnte oder wollte, wurde mit dem Bus nach Maria Weißenstein gefahren.  Die einen verbrachten den Tag in Maria Weißenstein, während einige von dort  zur Legeralm gewandert sind. Die Hälfte der Gruppe konnte bei herrlichem Wetter ihre 4-stündige Wanderung in der Bletterbachschlucht beginnen.

Der rund drei Kilometer lange begehbare Canyon des im Jahr 2004 gebildeten „Geoparc Bletterbach“ ist bekannt für den außerordentlich imposanten Aufschluss vulkanischen und sedimentären Gesteins (= Ablagerungsgestein). Die Entstehung dieser Gesteine geht auf einen Zeitraum von ca. 40 Millionen Jahren zurück.  Unser Wanderführer Alexander begleitete uns. Der Weg führte über Stiegen und Brücken durch einen Wald in die Schlucht. Nun begann der Weg in der Schlucht bachaufwärts. Begeistert über die sehr hohen Felsen, die uns umgeben, wandern wir über große Steine und kleine Rinnsale auf dem sonst ausgetrockneten Flussbett weiter. Wir machten immer wieder Halt und Alexander gab uns Erklärungen zu den Gesteinen. Wir mussten immer aufpassen wohin wir unsere Schritte machten um nicht  zu stolpern. Nach einer Rast verließen wir die Schlucht und mussten einen Anstieg von 250 Meter bewältigen. Über steile Treppen und Wege schritten wir langsam nach oben. Diese Anstrengungen wurden mit einer wunderbaren Aussicht in die Schlucht und die weitere Umgebung belohnt. Weiter wanderten wir immer wieder in kleinen Etappen bergauf und bergab durch Waldgebiet. Wir konnten bald von weitem unsere nächsten Ziele – die Legeralm und Maria Weißenstein sehen.

Bis zur Legeralm wanderten wir noch mindestens eine Stunde. Dort angekommen, konnten wir uns bei allerlei kulinarischem aus der Küche der Legeralm stärken.  Unser Wanderführer Alexander bewirtschaftet diese Alm. Wir trafen nun wieder auf die anderen, die nicht mit durch die Schlucht gewandert sind.  Nach der Mittagsrast hatten wir nur noch einen kurzer Weg durch ein nachgelegenes Waldgebiet vor uns bis wir unser letztes Ziel für heute erreicht hatten:  Maria Weißenstein. Dort feierten wir in der Klosterkirche eine Hl. Messe zum Gedenktag der Enthauptung  von Johannes des Täufers.  Nun hieß es Abschied nehmen von Maria Weißenstein. Über das Eggental brachte uns der Bus wieder zurück ins Kloster Neustift wo wir wieder zum Abendessen erwartet wurden.

Donnerstag 30.08. 2012

Nach dem Frühstück brachen wir auf nach Brixen. Dort wurden wir zur Domführung erwartet. Zuerst feierten wir in der Taufkapelle (Johanneskapelle) des Domes einen Wallfahrtsgottesdienst. Dabei stand Maria im Mittelpunkt . Dekan Hangst nannte uns drei Charismen Mariens: Gottvertrauen, Gebet, Gelassenheit.  Nach dem Gottesdienst erklärte uns der Domdekan von Brixen die Taufkapelle . Dann führte er uns durch den Kreuzgang und den Dom. Der Domdekan strahlt bei seinen Ausführungen eine große Begeisterung aus. Als wir im Dom waren, war es gerade 12 Uhr. Wir waren nun wieder eingeladen den Engel des Herrn zu beten. Der Dom zu Brixen ist die Bischofskirche der Diözese Bozen-Brixen.  Hier feiert der Bischof an hohen Festtagen und zu besonderen Anlässen Gottesdienst. Die Reliquien der Diözesanpatrone Kassian und Vigilius sind hier aufbewahrt. Außerdem sind die 15 seit Erbauung des nun barocken Domes verstorbenen Bischöfe im Dom beigesetzt. Der Dom ist der Aufnahme Mariens in den Himmel geweiht.  Am Hochaltar ist diese auch darge-stellt. Eine Besonderheit auf die uns der Domdekan hinwies: Das Kreuz im Altarraum. Auf der einen Seite ist die Kreuzigung Jesu und auf der anderen Seite die Aufstehung Jesu dargestellt.

Der Brixner Kreuzgang wurde im Mittelalter angelegt und grenzt nördlich direkt an den Dom von Brixen an; in der Mitte befindet sich ein kleiner Garten (Innenhof). Die Wände und Gewölbe des Kreuzganges sind mit Freskendes 14. und 15. Jahrhunderts bemalt. Der Domdekan erklärte uns  Malereien die sowohl dem alten als auch dem neuen Testament entnommen und immer die gleiche Botschaft haben: Gott rettet.

Anschließend durften wir Brixen auf einige Faust erkunden.

Freitag 31.08.2012

Nun ist der letzte Tag unserer  Reise angebrochen. Es heißt nun wieder Abschied nehmen von Südtirol. Jetzt bricht auch für uns wieder der Alltag an. Wir konnten nun sieben Tage bei fast immer schönem Wetter die Schönheit der Schöpfung und die Berge genießen. Auch die Gemeinschaft untereinander kam nicht zu kurz. Nach dem Frühstück ging die Fahrt zurück ins Argental und dann für den Rest der Gruppe nach Stuttgart. .

Dekan Hangst bedankte sich zuerst bei allen Pilgern, dass sie sich entschieden haben mitzupilgern. Er dankte auch Frau Fitz von der Diözesanpilgerstelle für die Planung und Durchführung der Reise. Sie hat uns die ganze Woche mit Ruhe und Gelassenheit begleitet. Herzlichen Dank unseren Busfahrer der uns sicher durch die Berge Südtirols und wieder nach Hause gebracht hat.

Ein ebenso herzlicher Dank gilt Dekan Hangst für die geistliche Begleitung.

Für die Reisegruppe

Roswitha Bentele

Büro der Seelsorgeeinheit | Pfarrbüro Laimnau | Pfarrbüro Neukirch | Impressum