Seelsorgeeinheit Argental

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SE Argental

Bericht – Vortrag der Erwachsenenbildung „Die Jugend als (W)ort des lebendigen Gottes“

Text: Roswitha Bentele

Die Jugend als (W)ort des lebendigen Gottes 

Im Rahmen der Erwachsenbildung hat der Hochschulpfarrer aus Tübingen Pfarrer Dr. Bernd Hillebrand zum Thema „Die Jugend als (W)ort des lebendigen Gottes“ im Rahmen der Erwachsenen-bildung im Gemeindehaus referiert. Vor seiner derzeitigen Tätigkeit war er Jugendpfarrer in Ravensburg und hat ab 2004 die Jugendkirche Joel aufgebaut. Ca. 40 Zuhörer sind der Einladung gefolgt, darunter Dekan Hangst, Pfarrer Sebastian und einige Firmbewerber mit ihren Eltern. Zu Beginn des Vortrages gab der Referent zu bedenken: „Ich kann keine fertigen Rezepte bringen, es gibt Dinge, die haben funktioniert. Die Gesellschaft ändert sich laufend und jede Kirchengemeinde hat eine andere Struktur. Ich kann nur Lösungsansätze aufzeigen.“ Im ersten Teil ging es um die Verflüssigung der Gesellschaft. Eine Sinusstudie hat ergeben, dass Familie an erster Stelle steht. Ein Werbefilm zeigte, dass es aber schwieriger geworden sei, Menschen zusammen zu führen, selbst an Weihnachten. Die Welt sei kompliziert und unübersichtlich geworden. Jugendliche müssen ihre Biographie laufend neu schreiben. Für Eltern sei es schwerer zu wissen, wo ihre Kinder gerade unterwegs sind. Existenzen sind brüchiger. Viele Einflüsse machen Entscheidungen komplexer.“ so Pfarrer Hillebrand. Er sprach von Verflüssigter Gegenwart “ liquide = füssiger Zustand, liquidieren = Töten“ es geht etwas zu Ende, liquide sein d.h. aus Kapital etwas freizugeben; d. h. für die kirchlichen Gewohnheiten auf die schöpferische Kraft des Evangeliums zu trauen und zu fragen „Was verändert sich, was kann bleiben?“ Aktivitäten seien nicht mehr kalkulierbar z.B. die Studentengottesdienste, zu denen mal 40 oder nur 5 Besucher kommen. Da spielen viele Faktoren mit. In den 70er Jahren war der Vater bei der Geburt nicht dabei was heute selbstverständlich ist. Die verflüssigte Migration ein weiteres Beispiel. In den 70/80er Jahren lebten wir im Wohlstand und das Öl kam aus arabischen Ländern. Dazu kommt heute der Flüchtlingsstrom aus vielen Ländern. Der Referent berichtete von einer Umfrage: „Welche Erwartungen haben Menschen an die Kirche?“ Das Ergebnis war: „Kirche hat keine Kompetenz mehr für die Lebenswirklichkeit der Menschen. Es ist gut, dass Kirche da ist, aber ich weiß nicht wann ich sie brauche. Wenn es um das Leben als Ganzes geht z. B. Beerdigung Hochzeit; d. h. Kirche wird nur in bestimmten Fällen besucht.“ „Menschen sind nicht dauerhaft dabei oder können es vielleicht auch nicht.  Kennen Sie das?“ fragte der Referent? Anknüpfungspunkte in der Jugendpastoral war der zweite Teil. „Kirche spielt sich nicht nur im Kircheninneren sondern auch draußen in der Welt.“ so der Referent. Dabei können wir fragen: „Was beschäftigt die Menschen z. B. zum Altern und Sterben? Wo herrscht Not?“ Eine Möglichkeit sei Gedenkorte zu schaffen z. B. bei Katastrophen. Die Welt auf kirchliche Themen abzutasten, neue Felder zu suchen.“ Dazu ging Pfarrer Hillebrand auch auf das 2. Vatikanum „Gaudium et spes“ ein. Vor dem Konzil beanspruchte die Kirche die Wahrheit und Gnade und interessierte sich nicht für die Welt. Gaudium et spes sagt: Die Welt im Licht des Evangeliums und den menschlichen Erfahrungen interpretieren und nicht nur aus der Theologie und sich fragen. „Was sind die Zeichen der Zeit, was beschäftigt die Menschen?“. Dazu gibt es zwei Lernorte. Dies zum einen Außen (Erfahrungen, Fragen der Menschen) und zum anderen Innen (Evangelium, Traditionen). Im dritten Teil beschäftigte sich Pfarrer Dr. Hillebrand mit der Frage „Wie ticken Jugendliche?“ Mit iconic turn (Bildbotschaften) kommunizieren Jugendliche heute. Es findet auch eine Teilidentifiizerung statt d. h. nicht nur mit einer Sache, sondern punktuell. Jugendliche fragen sich „Passt das Angebot zu mir? Wo gehöre ich dazu?“ Überall dort gehen Jugendliche dann hin. Eine Ansatzmöglichkeit ist einerseits den Zeitgeist zu suchen und mit traditionelle Elementen zu verbinden. Als Beispiel nannte der Referent u. a. das Joggingexerzitien mit den Studenten bestehend aus: Startimpuls aus der Bibel, Joggen, Austausch, Essen und Trinken, Segen. Eine weiter Aspekt ist die Werbung. Sie ist ein wichtiges Informationsfeld für die Kirche. Sie weiß wie die Menschen ticken. Auch soziale Netzwerke seien eine Kontaktmöglichkeit aber dort sei die Kirche schlecht präsentiert, ja sie habe fast den Anschluss verpasst. Zusammengefasst: Das Angebot sollte einen biographischen Bezug haben z.B. Gottesdienst am Valentinstag, Atmosphäre bieten durch Sensibilisierung für Rituale und diese mit Inhalt füllen z.B. Prüfungssegen. Emotionale Gegenwelt schaffen z.B. wie im Sport, wenn sich die Mannschaft vor dem Spiel versammelt und zur Ruhe kommt. Der 4. Aspekt ist die Personale Dimension. Da ist jeder Christ gefragt. Dazu gehört, nach außen ausstrahlen: Es ist schön, dass mich Gott erschaffen hat. Auch der Körper strahlt eine Botschaft aus wie ich spreche und handle. Ich kann nur den Glauben weitergeben, den ich selber erlebt habe. Oder alle vier Aspekte in dem Zitat: „Lass mich dich lernen, dein Denken und Sprechen. Dein Fragen und Dasein, damit ich daran die Botschaft neu lernen kann, die ich dir zu Überliefern habe.“ von Bischof Klaus Hemmerle, welches am Ende des Vortags auf der Leinwand stand.

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